Shoes are dangerous!
(Since I haven't posted anything barefoot-related in a while, I thought this was overdue!)
Meine ganz persönlichen Tagebucheinträge in Sachen "WTF?" im täglichen Leben eines barfußlaufenden Büroangestellten, der in der Freizeit nur sein Blumenkinddasein offen zeigen kann... - My personal diary entries, sometimes "WTF?" style in the daily life of a barefoot office employee, who's able to show his inner flower child only in his spare time....
Dienstag, 10. Juli 2012
Und damit das Sommerloch noch bunter wird...
Da feiert die "TITANIC"-Redaktion bestimmt gerade schwarze Messen zum Dank:
http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Titelbild-Papst-Benedikt-XVI-geht-gegen-Satire-Magazin-Titanic-vor-id20969031.html
"Auf Anfrage von augsburger-allgemeine.de wollte die Kanzlei zu dem Vorgang keine Erklärung abgeben und verwies auf den Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Der bestätigte gegenüber unserer Redaktion den Fall: "Titelbild und Rückseite der aktuellen Titanic-Ausgabe sind rechtswidrig. Sie verletzen den Heiligen Vater in seinen Persönlichkeitsrechten. Titanic überschreitet jedes Maß an Zumutbarem. Das hat bereits eine rechtliche Prüfung bestätigt. Aus diesem Grund ist Titanic aufgefordert worden, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben. Die von Titanic beauftragte Anwältin hat sich bereits gemeldet und eine Stellungnahme angekündigt." "
Ach ja, die fraglichen Titelbilder:
Wieder mal richtig denkwürdig: die in der Augsburger Allgemeinen zitierte Antwort der "TITANIC"-Redation:
"In einer ersten Stellungnahme weist die Redaktion der Titanic die Vorwürfe zurück. "Benedikt muss uns missverstanden haben", erklärte Leo Fischer. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre ("Vatileaks") feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: "Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks 'Fanta' ist." "
Und was ist zum Rücktitel zu sagen? Schokopudding zur Fanta, oder wie? :-)
Auf der Startseite der "TITANIC" steht übrigens nun extra der Hinweis: "Achtung! Schnell das aktuelle Heft kaufen! Es wird bald verboten!"
http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Titelbild-Papst-Benedikt-XVI-geht-gegen-Satire-Magazin-Titanic-vor-id20969031.html
"Auf Anfrage von augsburger-allgemeine.de wollte die Kanzlei zu dem Vorgang keine Erklärung abgeben und verwies auf den Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Der bestätigte gegenüber unserer Redaktion den Fall: "Titelbild und Rückseite der aktuellen Titanic-Ausgabe sind rechtswidrig. Sie verletzen den Heiligen Vater in seinen Persönlichkeitsrechten. Titanic überschreitet jedes Maß an Zumutbarem. Das hat bereits eine rechtliche Prüfung bestätigt. Aus diesem Grund ist Titanic aufgefordert worden, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben. Die von Titanic beauftragte Anwältin hat sich bereits gemeldet und eine Stellungnahme angekündigt." "
Ach ja, die fraglichen Titelbilder:
Wieder mal richtig denkwürdig: die in der Augsburger Allgemeinen zitierte Antwort der "TITANIC"-Redation:
"In einer ersten Stellungnahme weist die Redaktion der Titanic die Vorwürfe zurück. "Benedikt muss uns missverstanden haben", erklärte Leo Fischer. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre ("Vatileaks") feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat: "Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks 'Fanta' ist." "
Und was ist zum Rücktitel zu sagen? Schokopudding zur Fanta, oder wie? :-)
Auf der Startseite der "TITANIC" steht übrigens nun extra der Hinweis: "Achtung! Schnell das aktuelle Heft kaufen! Es wird bald verboten!"
Natürlich hat auch Sascha Lobo was zu sagen...
Irgendwie ja klar, daß die Aushängefigur des deutschen digitalen Lebens, sozusagen "Blogger 1", auch was dazu zu sagen hat. Und diesmal durchaus Richtiges:
"Aus dem Datendebakel um das neue Meldegesetz lassen sich zwei Lehren ziehen. Die zunächst dramatischere: Die derzeitige Form des Parlamentarismus in Deutschland scheint ungefähr so gut zu funktionieren wie der Verfassungsschutz. Wenn sich struktureller Informationsmangel und Arbeitsüberlastung sehr lieb haben, dann bekommen sie ein Kind namens Unprofessionalität. (...)
Die zweite Lehre aus dem Meldegesetzmenetekel ist weniger offensichtlich, weil ihre Wirkung nur indirekt zu sehen ist: Die Politik des Umgangs mit Neuem ist defekt. Am neuen Meldegesetz lässt sich erahnen, wie groß der Unterschied zwischen Althergebrachtem und Neuem sein kann. Zur Erinnerung: In den fraglichen Passagen dieses Gesetzes geht es um "Daten aus einer Melderegisterauskunft zu Zwecken der Werbung oder des Adresshandels". Man muss sich die Reaktion der Koalition vorstellen, hätten nicht traditionelle Datenhändler, sondern neue Datenmagnaten wie Facebook oder Google auf dieses Gesetz gedrungen. In den darauffolgenden Wochen hätten zwei Dutzend Abgeordnete Zweitwohnungssteuer für die Talkshowstudios zahlen müssen. Das "Handelsblatt" hätte auf täglich drei Printausgaben aufstocken müssen, um mit dem Druck der Empörungskolumnen von MdBs hinterherzukommen."
Komplette Kolumne des Herrn Lobo hier zu lesen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/meldegesetz-lehren-aus-dem-meldemurks-a-843508.html
"Aus dem Datendebakel um das neue Meldegesetz lassen sich zwei Lehren ziehen. Die zunächst dramatischere: Die derzeitige Form des Parlamentarismus in Deutschland scheint ungefähr so gut zu funktionieren wie der Verfassungsschutz. Wenn sich struktureller Informationsmangel und Arbeitsüberlastung sehr lieb haben, dann bekommen sie ein Kind namens Unprofessionalität. (...)
Die zweite Lehre aus dem Meldegesetzmenetekel ist weniger offensichtlich, weil ihre Wirkung nur indirekt zu sehen ist: Die Politik des Umgangs mit Neuem ist defekt. Am neuen Meldegesetz lässt sich erahnen, wie groß der Unterschied zwischen Althergebrachtem und Neuem sein kann. Zur Erinnerung: In den fraglichen Passagen dieses Gesetzes geht es um "Daten aus einer Melderegisterauskunft zu Zwecken der Werbung oder des Adresshandels". Man muss sich die Reaktion der Koalition vorstellen, hätten nicht traditionelle Datenhändler, sondern neue Datenmagnaten wie Facebook oder Google auf dieses Gesetz gedrungen. In den darauffolgenden Wochen hätten zwei Dutzend Abgeordnete Zweitwohnungssteuer für die Talkshowstudios zahlen müssen. Das "Handelsblatt" hätte auf täglich drei Printausgaben aufstocken müssen, um mit dem Druck der Empörungskolumnen von MdBs hinterherzukommen."
Komplette Kolumne des Herrn Lobo hier zu lesen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/meldegesetz-lehren-aus-dem-meldemurks-a-843508.html
Abifeiern sind BÖSE!
Neues zum Stichwort Realsatire: Die Wortmeldung von Herrn Uhl zum Grund für die Last-Minute-Änderung der Novelle des Meldegesetzes:
http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/07/10/ist-eine-abiturfeier-schuld-an-der-last-minute-anderung-des-meldegesetzes/
Zitat Uhl im Deutschlandfunk: "Beispiel: Sie wollen eine Abiturfeier machen und suchen noch zwei ehemalige Mitschüler und wissen nicht, wo die hingezogen sind. Jetzt müsste das Einwohnermeldeamt entweder einen Brief oder eine Mail oder was auch immer schreiben, um diese Einwilligung einzuholen. Das ist in der Praxis nahezu unmöglich, wenn man daran denkt, dass allein in einer Stadt wie München circa 100.000 Anfragen von Bürgern im Jahr vorkommen. Es geht also nicht um die Werbewirtschaft; es geht darum, dass Einzelanfragen von Bürgern, die legitim sind in aller Regel, beantwortet werden müssen."
Ich habs immer gewußt! Die Einladungen zum 20- und 25-jährigen Abijubiläum, die ich per Mail bekam, waren BÖSE!!
http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/07/10/ist-eine-abiturfeier-schuld-an-der-last-minute-anderung-des-meldegesetzes/
Zitat Uhl im Deutschlandfunk: "Beispiel: Sie wollen eine Abiturfeier machen und suchen noch zwei ehemalige Mitschüler und wissen nicht, wo die hingezogen sind. Jetzt müsste das Einwohnermeldeamt entweder einen Brief oder eine Mail oder was auch immer schreiben, um diese Einwilligung einzuholen. Das ist in der Praxis nahezu unmöglich, wenn man daran denkt, dass allein in einer Stadt wie München circa 100.000 Anfragen von Bürgern im Jahr vorkommen. Es geht also nicht um die Werbewirtschaft; es geht darum, dass Einzelanfragen von Bürgern, die legitim sind in aller Regel, beantwortet werden müssen."
Ich habs immer gewußt! Die Einladungen zum 20- und 25-jährigen Abijubiläum, die ich per Mail bekam, waren BÖSE!!
Ganz anderes Thema: Twitter und möglicherweise unnützes Wissen am Rande
Die Wissensbox
@Wissensbox
Ein Spermium enthält 750 MB an
DNA-Daten. Macht pro Ejakulation ca. 164,8 Mio. GB an Daten und
entspricht rund 270 Mio. GBit/Sek. Bandbreite.
Naja, schon eindrucksvoll, was Mann da für Datenmengen mit sich herumträgt - oder sorglos in der Gegend verbreitet...
"Vorratsdatenspeicherung" bekommt da im Zusammenhang mit Samenbanken eine ganz neue Bedeutung...
"Vorratsdatenspeicherung" bekommt da im Zusammenhang mit Samenbanken eine ganz neue Bedeutung...
Die Urheber der Meldegesetz-Novelle:
Immerhin wissen wir dank dem Abgeordnetenwatch-Blog, wer denn die beiden Urheber der Änderung sind, die das vorher im Gesetz bestehende "Opt-In", also eine ausdrückliche Zustimmung zur Verwertung von Meldedaten durch das nun geltende "Opt-out", also eine ausdrückliche Ablehnung ersetzt haben: Hanns-Peter Uhl (CSU) und Gisela Piltz (FDP).
http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/07/09/kurz-vor-der-halbzeitpause-wie-das-meldegesetz-im-schnelldurchlauf-den-bundestag-passierte/
Das Widerspruchsrecht hilft allerdings nicht, wenn ein Adressbroker schon die Adressdaten hat, denn das Gesetz räumt den Adresshändlern das Recht ein, die Aktualität der bereits vorhandenen Adressen bei den Meldebehörden zu überprüfen und damit die aktuellen Meldedaten zu erfahren - das gilt z.B. für die Schober-Gruppe. Zitat aus dem o.g. Blog-Artikel: "Denn der Adresshändler besitzt nach eigenen Angaben 50 Mio. Privatadressen – also vermutlich auch Ihre. Wer wie Schober schon jetzt die Adresssätze der allermeisten Deutschen in seinem Archiv hat, der wird durch das beschlossene Meldegesetz auch weiterhin nicht beim Geschäftemachen mit fremden Daten behindert. Eine Anfrage bei den Meldebehörden – und schon ist die Schober-Datenbank auf dem neuesten Stand.
Zu den Geschäftskunden von Schober gehört ausgerechnet die Partei, die nun die verbraucherfreundlichen Ursprungsfassung des Meldegesetzes zur Freude der Adresslobby weitgehend kastriert hat: die FDP. Es war im Bundestagswahlkampf 2009, als zahlreiche Wähler eine FDP-Mail in ihren Postfächern vorfanden (“FDP Partei-Information”). Die wenigsten Empfänger dürften ihre Mailadresse aber zuvor an die Liberalen weitergeben haben. Tatsächlich kamen die persönlichen Daten von der Schober Gruppe, die wiederum das Material von Teilnehmern an einer “LIFESTYLE-Konsumentenbefragung” abgegriffen hatte."
Tja, die FDP und ihre Versuche, als Bürgerrechtspartei zu glänzen, haben sich hier wieder mal erfolgreich selbst ins Abseits manövriert (wie passend, da ja die Abstimmung während eines Fußball-Länderspiels rasant am Volk vorbeigespielt wurde).
Und mit diesen Parteien, die aktuell die Regierung bilden ,die sich nun von ihren eigenen Gesetzen distanziert, soll z.B. auch eine Lösung zur Euro-Krise erarbeitet werden - da kann man schon Angst bekommen, wie auch dieser Kommentar in der taz andeutet:
http://www.taz.de/Kommentar-Meldegesetz/!97006/
"Das wäre alles bloß lustig und gar nicht so schlimm, wenn die schwarz-gelbe Spaßguerilla schon fertig wäre mit dem Gesetzemachen, nur noch Wahlkampf herrschte und Ablösung in Sicht wäre. Doch werden eine handlungsfähige Regierung und ein zurechnungsfähiger Bundestag ja noch gebraucht. Finanz- und Eurokrise gefährden Wirtschaft und Gemeinwohl, und das Bundesverfassungsgericht wird der Politik in dieser Woche auch keine kompletten Gesetzentwürfe zu ihrer Bewältigung faxen."
http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/07/09/kurz-vor-der-halbzeitpause-wie-das-meldegesetz-im-schnelldurchlauf-den-bundestag-passierte/
Das Widerspruchsrecht hilft allerdings nicht, wenn ein Adressbroker schon die Adressdaten hat, denn das Gesetz räumt den Adresshändlern das Recht ein, die Aktualität der bereits vorhandenen Adressen bei den Meldebehörden zu überprüfen und damit die aktuellen Meldedaten zu erfahren - das gilt z.B. für die Schober-Gruppe. Zitat aus dem o.g. Blog-Artikel: "Denn der Adresshändler besitzt nach eigenen Angaben 50 Mio. Privatadressen – also vermutlich auch Ihre. Wer wie Schober schon jetzt die Adresssätze der allermeisten Deutschen in seinem Archiv hat, der wird durch das beschlossene Meldegesetz auch weiterhin nicht beim Geschäftemachen mit fremden Daten behindert. Eine Anfrage bei den Meldebehörden – und schon ist die Schober-Datenbank auf dem neuesten Stand.
Zu den Geschäftskunden von Schober gehört ausgerechnet die Partei, die nun die verbraucherfreundlichen Ursprungsfassung des Meldegesetzes zur Freude der Adresslobby weitgehend kastriert hat: die FDP. Es war im Bundestagswahlkampf 2009, als zahlreiche Wähler eine FDP-Mail in ihren Postfächern vorfanden (“FDP Partei-Information”). Die wenigsten Empfänger dürften ihre Mailadresse aber zuvor an die Liberalen weitergeben haben. Tatsächlich kamen die persönlichen Daten von der Schober Gruppe, die wiederum das Material von Teilnehmern an einer “LIFESTYLE-Konsumentenbefragung” abgegriffen hatte."
Tja, die FDP und ihre Versuche, als Bürgerrechtspartei zu glänzen, haben sich hier wieder mal erfolgreich selbst ins Abseits manövriert (wie passend, da ja die Abstimmung während eines Fußball-Länderspiels rasant am Volk vorbeigespielt wurde).
Und mit diesen Parteien, die aktuell die Regierung bilden ,die sich nun von ihren eigenen Gesetzen distanziert, soll z.B. auch eine Lösung zur Euro-Krise erarbeitet werden - da kann man schon Angst bekommen, wie auch dieser Kommentar in der taz andeutet:
http://www.taz.de/Kommentar-Meldegesetz/!97006/
"Das wäre alles bloß lustig und gar nicht so schlimm, wenn die schwarz-gelbe Spaßguerilla schon fertig wäre mit dem Gesetzemachen, nur noch Wahlkampf herrschte und Ablösung in Sicht wäre. Doch werden eine handlungsfähige Regierung und ein zurechnungsfähiger Bundestag ja noch gebraucht. Finanz- und Eurokrise gefährden Wirtschaft und Gemeinwohl, und das Bundesverfassungsgericht wird der Politik in dieser Woche auch keine kompletten Gesetzentwürfe zu ihrer Bewältigung faxen."
Montag, 9. Juli 2012
Meldegesetz-Novelle: Realsatire der Regierung...
Und auf einmal findet die Regierung ihr eigenes Gesetz doof:
http://taz.de/!96961/
Wieder ein Moment aus der Reihe: Wozu braucht man Satiriker, wenn die Mächtigen selbst die besten Pointen fabrizieren...?
http://taz.de/!96961/
Wieder ein Moment aus der Reihe: Wozu braucht man Satiriker, wenn die Mächtigen selbst die besten Pointen fabrizieren...?
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